8. August 2013
"Wir nehmen es in Kauf, Menschen auszuschließen."
So äußert sich eine Sprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts zur umstrittenen Lockerung der Blutspenderegeln. Die Bundesärztekammer hatte angeregt, das Spendeverbot für homosexuelle Männer zu lockern. Wenn sie zum Beispiel schon länger in einer monogamen Beziehung leben, dann sollten sie auch spenden dürfen.
Das Paul-Ehrlich-Institut, das für die deutschlandweiten Spenderegeln zuständig ist, sieht das anders: Das Risiko der HIV-Ansteckung sei einfach zu groß. Bei den Neuinfektionen liege der Anteil homosexueller Männer immer noch bei 60 Prozent. Ein Test kann aber erst neun Tage nach einer Infektion das Virus nachweisen. Wird in dieser Zeit gespendet, dann bliebe der Erreger unentdeckt.
Auch das Deutsche Rote Kreuz ist gegen eine Lockerung. Schließlich dürften auch andere Gruppen nicht spenden, etwa Reisende aus Malariagebieten oder heterosexuelle Menschen mit wechselnden Sexualpartnern.
Schwulenverbände empfinden die Praxis als diskriminierend. So solle nicht eine sexuelle Identität, als Risiko bewertet werden. Entscheidend sei das Verhalten des Einzelnen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)