8. August 2013

Wortwahl in der Literatur soll Egozentrik belegen

Die Menschen heute sind egozentrischer und materialistischer als vor 200 Jahren.

Das behauptet eine amerikanische Psychologin. Sie stützt ihre Aussage auf die Wortwahl in Büchern. Mehr als eine Million Bücher aus den Jahren 1800 bis 2000 hat sie durchsucht. Laut einem Artikel in der Fachzeitschrift "Psychological Science" werden in der modernen Literatur zum Beispiel Wörter wie "bekommen" oder "erhalten" häufiger gebraucht - "geben" oder "sich verpflichten" seltener. Daraus schließt die Psychologin, dass die Menschen heute egozentrischer sind. Auch andere Wörter deuten darauf hin. So ist etwa der Gebrauch von "einzigartig", "individeull" und "selbst" angestiegen.

Als Ursache für den Wertewandel führt sie die Urbanisierung an: Die ländliche Gesellschaft sei durch soziale Bindung und Pflichtgefühl geprägt. In der Stadt stünden dagegen individuelle und materialistische Werte im Mittelpunkt.

Ergänzend hat die Psychologin auch 350.000 britische Bücher ausgewertet - mit ähnlichen Ergebnissen. Um ihre These weiter zu bestätigen will sie auch noch spanische, französische, russische und chinesische Bücher untersuchen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)