12. August 2013
Für den deutschen Werberat ist diese Form von Werbung fragwürdig.
Es geht um eine Anzeige des Autovermieters Sixt. Sie wirbt mit einem Bild des kürzlich aus der Psychiatrie entlassenen Gustl Mollath und dem Spruch "Wenn hier jemand verrückt ist, dann der Sixt mit seinen Preisen". Werberat-Sprecher Volker Nickel sagte dem Deutschlandradio, er habe auf mehreren Ebenen Bedenken: Da man zuvor nicht mit Mollath in Kontakt getreten sei, seien möglicherweise Persönlichkeitsrechte verletzt worden. Außerdem werde dem Betrachter durch die Anführungszeichen suggeriert, dass es sich um einen Ausspruch Mollaths handeln könne, es sei also die Frage, ob nicht irreführend geworben werde. Mollaths Anwalt sagte der "Deutschen Presse-Agentur", das Zitat sei frei erfunden. Er kündigte presserechtliche Schritte an.
Ein Sixt-Sprecher hatte erklärt, da Mollath eine öffentliche Person sei, dürfe das Unternehmen ihn auch ungefragt zum Gegenstand einer satirischen Darstellung machen. Von der Agentur Jung von Matt war bisher kein Statement zu bekommen. Mollath war nach einem Gerichtsurteil siebeneinhalb Jahre in der Psychiatrie untergebracht. In der vergangenen Woche wurde er nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Nürnberg überraschend freigelassen. Der Prozess, der zu seiner Einweisung geführt hatte, wird jetzt neu aufgerollt.
Sixt hatte in der Vergangenheit wiederholt mit Politikern ohne deren Wissen geworben.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)