14. August 2013

Meeresbiologen finden aasfressende Mikroorganismen in der Antarktis

Was passiert eigentlich mit Tierknochen in antarktischen Gewässern?

Das haben sich norwegische Meeresbiologen gefragt. Denn eigentlich ist es dort zu kalt für die meisten Lebewesen, auch für aasfressende Mikroorganismen. Wie man auf nature.com nachlesen kann, wollten die Forscher es genau wissen und nahmen Teile eines Walskeletts, die sie in unterschiedlicher Höhe in das eiskalte Gewässer hängten. Neben den tierischen Überresten benutzten sie zum Vergleich auch noch Holzplanken. Nach einer Weile holten sie die Knochen und die Holzplanken wieder an Bord ihres Schiffes und stellten fest: Während das Holz kein Interesse von Mikroorganismen hervorrief und unverändert an ihrer Angel hing, hatten sich über die Knochen zwei bislang unbekannte Arten hergemacht. Die blumenartigen Würmer tauften die Forscher Osedax antarcticus und Osedax deceptionensis.

Dass die Würmer das Holz verschmähten, hat übrigens einen anderen positiven Nebeneffekt: Schiffe, die in der Antarktis gesunken sind, könnten noch heute relativ unbeschadet auf dem Meeresgrund liegen, während sie in anderen Gewässern bereits vom Schiffswurm zerfressen worden wären.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)