14. August 2013

Erdbeben in Japan erzeugte 2011 Seiche-Phänomen in norwegischem Fjord

Und in China fällt ein Sack Reis um.

Das sagt man ja gern, um auszudrücken, dass uns egal sein kann, was gerade am anderen Ende der Welt passiert. Aber ein Ereignis dort kann durchaus auch bei uns Einfluss haben. Norwegische Forscher haben ein Erdbeben in Japan als Ursache für ein ungewöhnliches Meeres-Phänomen in ihrer Heimat ausgemacht. Sie untersuchten, warum sich an einem Morgen im März 2011 in einem Fjord plötzlich Wellen bildeten - weil die Fjorde nahezu geschlossene Gewässer sind, ist das Wasser nämlich dort normalerweise spiegelglatt. Ein solches Phänomen wird als "Seiche" bezeichnet, zu Deutsch "Schaukelwelle".

An genau dem Tag gab es auf der anderen Seite der Erde ein Erdbeben, in Japan. Die Forscher konnten mit Bebenmessgeräten und Computermodellen zeigen, dass das tatsächlich die Ursache für die Schaukelwellen war. Konkret waren es die seismischen Wellen, die durch das Erdinnere wanderten. Sie erreichten zufällig genau die passende Frequenz, die das Wasser in den Fjorden in Schwingungen versetzte. Das erklärt laut den Wissenschaftlern, warum solche Effekte nicht bei jedem Erdbeben auftreten.

Die Studie ist im Fachjournal "Geophysical Research Letters" erschienen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)