16. August 2013
Für die "Süddeutsche Zeitung" stehen wir vor einer "juristischen Revolution".
Ab Anfang November tritt nämlich ein Gesetz in Kraft, laut dem es künftig nicht nur Mann und Frau gibt. Bei Neugeborenen kann im Geburtenregister unter "Geschlecht" auch erstmal nichts eingetragen werden. Die Entscheidung kann man später nachholen - muss es aber nicht. Laut "SZ" entsteht damit faktisch ein drittes Geschlecht.
Der Haken dabei: Reisepass und viele Gesetze sehen aber nur Frau oder Mann vor. Auch bei vermeintlich modernen Regelungen wie der gleichgeschlechtlichen Ehe: Juristisch gedacht könnte das bedeuten, dass ein Intersexueller nur einen anderen Intersexuellen heiraten dürfte. Um das Problem zu lösen, ist eine "umfassende Reform" nötig - sagte auch Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger der Zeitung.
Betroffene sind von der neuen rechtlichen Regelung übrigens auch nicht begeistert. Im Blog "Zwischengeschlecht.info" heißt es, das Anderssein könnte zu noch mehr Diskriminierung führen. Und vor fragwürdigen Geschlechts-Operationen bei Babys schütze es nicht.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)