19. August 2013

Religionswissenschaftler: Erste deutsche Buddhisten waren nicht spirituell, sondern intellektuell

Der Buddhismus kam nicht erst im 20. Jahrhundert nach Deutschland.

Viele Intellektuelle interessierten sich schon 200 Jahre früher dafür. Der Schweizer Religionswissenschaftler Martin Baumann meint, dass es den ersten Buddhisten in Deutschland nicht ums Spirituelle ging, sondern ums Intellektuelle. Baumann sagte im Interview mit "Zeit online", die Intellektuellen damals hätten den Buddhismus wie eine Naturwissenschaft betrachtet - ganz im Geist der Aufklärung.

Für viele sei das Bekenntnis zum Buddhismus auch ein politischer Akt gewesen. Führende Buddhisten hätten die Sattheit im damaligen Kaiserreich angeprangert. Es sei ihnen darum gegangen, anders zu leben, deshalb hätten sie zum Beispiel mit der Vegetarierbewegung kooperiert.

Den heutigen, populären Buddhismus nennt Baumann verwässert und völlig veräußerlicht - mit Buddha-Figuren, Klangschalen und Entspannungs-Anleitungen im Büro.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)