20. August 2013

Historiker kritisiert Zeitpunkt für Merkels Dachau-Besuch

Im Online-Terminkalender der Bundeskanzlerin ist heute ein Termin vermerkt - Überschrift: Gedenkstätte.

Sie besucht am Abend die KZ-Gedenkstätte Dachau. Was im Online-Kalender nicht steht: Danach spricht sie auf einer Wahlkampfveranstaltung der CSU im Bierzelt in Dachau.

Für den Historiker Wolfang Benz, langjähriger Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung an der TU Berlin, ist der Zeitpunkt für den Gedenkstättenbesuch falsch gewählt. Er sagte dem "Bayerischen Rundfunk", es mache einen beiläufigen Eindruck, wenn man kurz bevor man ins Festzelt zum Wahlkampf geht, noch den Kranz niederlegt und Betroffenheit äußert.

Das sei ein bisschen wenig und "sehr, sehr spät". Benz sagte, die Politik empfinde die KZ-Gedenkstätte in Dachau offenbar als "Unort", an den man besser nicht gehe.

Eingeladen hatte Merkel der Holocaust-Überlebende Max Mannheimer. Er hatte erklärt, der Besuch sei eine große Ehre und ein historisches Ereignis, dass zum ersten Mal ein amtierender Kanzler die Gedenkstätte Dachau besuche.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)