20. August 2013
Wollte ein Mensch so schnell sein wie sie, müsste er 300 Kilometer pro Stunde laufen.
Die viel kleinere Jagdspinne schafft nämlich 70 Zentimeter pro Sekunde, wenn sie auf der Jagd ist - und das ohne elastische Sehnen und Bänder. Der Jenaer Biologe Tom Weihmann hat die Bewegungen der Spinne mit Hilfe von Hochgeschwindigkeitskameras analysiert. Er fand heraus, dass die Tropentiere - anders als Menschen - Körperschwingungen möglichst vermeiden und ihren Schwerpunkt immer auf einer Höhe halten, um weniger Energie zu verbrauchen. Außerdem kann die Jagdspinne von anderen Tieren nur schlecht geortet werden, weil sie kaum Schwingungen auf den Untergrund überträgt. Die Jagdspinne lebt im Dschungel Zentralamerikas. Sie baut keine Netze, sondern lauert auf Blättern auf Beute.
Weihmann hofft, dass seine Studie bei der Entwicklung von Laufrobotern hilft. Sie würden bisher oft nach dem Vorbild von Säugetieren konstruiert, mit elastischen Gliedmaßen. Folge man stattdessen dem Vorbild der Spinne seien einzelne Glieder viel leichter anzusteuern und zu kontrollieren.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)