20. August 2013
Der Kuss war den Medien wichtiger als die Goldmedaille.
Darüber ärgert sich die russische Staffel-Weltmeisterin Xeniya Ryschowa. Die Sportlerin hatte am Sonntag auf dem Siegertreppchen ihre Läuferkollegin Julia Guschina auf die Lippen geküsst. Medien werteten das als Aktion gegen das Anti-Homosexuellen-Gesetz in Russland. Reporter von 20 Medien hätten sie seitdem angerufen, berichtete Ryschowa. Alle hätten sie mit Fragen beleidigt, statt ihr zur Medaille zu gratulieren.
Beide Sportlerinnen stritten ab, mit dem Kuss ein Statement setzen zu wollen. Sie seien mit Männern verheiratet und hätten keine Beziehung zueinander. Der Kuss sei "ein Sturm der Gefühle" gewesen.
Seit Juni sind in Russland positive Äußerungen über schwule oder lesbische Beziehungen verboten, wenn Kinder dabei sind. Mehrere Sportler hatten bei der Leichtathletik-WM in Moskau bereits dagegen protestiert.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)