20. August 2013
Neun Stunden lang wurde David Miranda am Londoner Flughafen Heathrow vernommen. Miranda ist der Lebensgefährte von Guardian-Journalist Glenn Greenwald. Der wiederum war an den Enthüllungen zum NSA-Spionageskandal beteiligt. Miranda droht jetzt zu klagen, um seinen beschlagnahmten Laptop und sein Handy zurückzubekommen.
Vor etwa 50 Jahren ist ein Namensvetter von Miranda vor Gericht gezogen - und damit in die Geschichte eingegangen. Ernesto Miranda war wegen Vergewaltigung verurteilt worden und hatte die Tat sogar gestanden. Der Oberste Gerichtshof der USA erklärte das Urteil aber für ungültig, denn die Ermittler hatten den Tatverdächtigen nicht auf seine verfassungsmäßigen Rechte hingewiesen.
Ernesto Miranda wurde zwar wenig später erneut zu einer hohen Haftstrafe verurteilt, doch die Miranda Rights waren geboren. Wir kennen sie heute aus amerikanischen Filmen und Serien, wenn Polizisten penibel darauf achten die berühmten Sätze zu sagen: Sie haben das Recht zu schweigen. Alles was Sie sagen, kann und wird vor Gericht gegen Sie verwendet werden. Sie haben das Recht auf einen Anwalt."
Ein Anwalt wurde auch dem Brasilianer David Miranda angeboten. Er lehnte ab - aus Misstrauen gegenüber den Ermittlern.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)