22. August 2013

Konfliktforscher: Proteste gegen Asylbewerberheim zeigen Grundproblem

Beim Proteststurm gegen ein Asylbewerberheim in Berlin-Hellersdorf geht es gar nicht um die einzelnen syrischen Flüchtlinge.

Die Gruppe als Ganzes wird abgelehnt. So analysiert der Bielefelder Konfliktforscher Wilhelm Heitmeyer die Ereignisse der vergangenen Tage. Im Deutschlandradio Kultur sagte er, das Phänomen sei in der Forschung als "gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" bekannt. Die aggressiv-ablehnende Haltung vieler Anwohner und der Mangel an Empathie seien unabhängig vom Bildungshintergrund. Sie könnten genauso gut in sogenannten besseren Stadtvierteln auftreten, wenn dort etwa Obdachlosenheime oder Behindertenheime eingerichtet würden. Dagegen helfen laut Heitmeyer nur öffentliche Debatten. Außerdem müssten die politischen Repräsentanten Stellung beziehen. Im Fall Berlin-Hellersdorf heißt das: Der Bezirksbürgermeister müsste sichtbar sein und nicht nur die Polizei.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)