22. August 2013

Lie sich Händels Musik von politischen Systemen benutzen?

Musik kann große Emotionen auslösen - und die Menschen damit beeinflussen.

Die Forscherin Juliane Riepel hat untersucht, wie politische Systeme die Musik des Komponisten Georg Friedrich Händel nutzen wollten und ob ihnen das gelungen ist. Konkret wurde seine Musik in der DDR und im Nationalsozialismus genutzt - und zum Beispiel als Kulturgut bei Festen gespielt. Händels Musik gilt als erhaben, fortschrittlich, monumental und massentauglich. Laut Riepel geht es oft um den Kampf "Gut gegen Böse", bei dem am Ende das Gute siegt. Allerdings: Händel war nicht wirklich als Held zu verkaufen. Die DDR verheimlichte, dass er Opernunternehmer war und Geld mit Sklavenhandel verdiente. Im Nationalsozialismus wurden seine biblischen Texte verändert, weil sie sich um Israel drehten. Aus Jahve wurde "Gott", aus den Israeliten "das Volk".

Das Fazit der Wissenschaftlerin lautet: Musik kann nur begrenzt von politischen Systemen instrumentalisiert werden. Richtig verfügbar ist Musik nie.

Mehr zum Thema könnt ihr in der Sendung "Studiozeit" hören, die um 20.10 Uhr im Deutschlandfunk ausgestrahlt wird.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)