28. August 2013

"Konfliktrohstoffe": Experte empfiehlt EU andere Taktik als USA

Wenn es um den Kongo geht, dann sollte die EU nicht denselben Fehler machen wie die USA.

Das meint der Ressourcenwissenschaftler Andreas Manhart vom Freiburger Öko-Institut. Im Interview mit der "taz" warnt er die EU davor, mit Blick auf den Kongo ein ähnlich strenges Rohstoffgesetz zu beschließen wie die USA. Das verbietet Firmen z.B. Metalle zu kaufen, mit denen der Bürgerkrieg finanziert wird. Unternehmen wie Autokonzerne oder Zulieferer müssen mit Zertifikaten belegen, dass ihre Rohstoffe "konfliktfrei" gefördert wurden.

In der Praxis führt das nach Manharts Beobachtung dazu, dass die US-Firmen gar keine Rohstoffe mehr aus dem Kongo einkaufen - mit katastrophalen Folgen für die Menschen dort, weil es keine Arbeit mehr gebe.

Für besser hält es Manhart, wenn nur den Minenbetreibern so strenge Auflagen gemacht würden und die Industrie mehr Spielraum hätte, sich im Kongo zu engagieren. Nur so könnten Menschenrechtsverletzungen und die Finanzierung der von Rebellengruppen langfristig gestoppt werden.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)