28. August 2013
Westliche Pharmafirmen haben in der DDR jahrzehntelang Medikamente testen lassen.
Das ist bekannt. Die Details, wie viele Testreihen es gab und vor allem wie viele Todesfälle, das untersuchen gerade Historiker. Einiges über die geheimen Medikamententests steht offenbar auch in den Akten der Staatssicherheit drin. Die wertet der Medizinhistoriker Rainer Erices aus. Dem MDR hat er berichtet, dass Agenten der Stasi die Tests streng überwacht haben. Mitarbeiter des Arzneimittelbüros im DDR-Gesundheitsministerium waren demnach als Informelle Mitarbeiter tätig. Und auch die Vertreter der westlichen Pharmafirmen wurden beschattet, offenbar auch, damit sie keine direkten Prämien mit den Kliniken abmachen konnten, in denen die Tests durchgeführt wurden.
Für die Pharmafirmen aus Westdeutschland waren die Medikamententests in der DDR sehr praktisch. Sie brauchten keine Erlaubnis von Krankenhäusern oder Ärzten. Das regelte die DDR-Staatsführung.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)