29. August 2013

Schneckenliebhaber besiedelten schon vor 10.000 Jahren Amazonasgebiet

Von wegen Termiten.

Entgegen bisherigen Vermutungen haben nicht sie jahrtausendealte Erdhügel in Bolivien gebaut, sondern Menschen. Das berichtet ein Forscherteam aus der Schweiz, den USA, Australien und Deutschland in einem Fachmagazin ("PLOS One"). Ihr großer Fund: Schneckenschalen. Aus denen bestanden nämlich die Erdhaufen zum großen Teil. Den Wissenschaftlern zufolge können die Schalen nicht von Tieren angehäuft worden sein, vielmehr seien es menschgemachte Müllhalden. Wie weitere Analysen zeigten, waren die Schneckenschalen fest verbacken mit Keramikstücken, menschlichen Knochen und Werkzeugen.

Die Entdeckung kommt überraschend, da man bisher annahm, dass die Region im bolivianischen Amazonasgebiet kaum besiedelt war. Die Forscher datierten die ältesten Teile der Hügel auf über 10.000 Jahre. Die Haufen seien in Siedlungen über tausende von Jahren hinweg aufgeschüttet worden. Gefunden wurden sie schließlich nur, weil die frühen Bewohner offenbar so große Schneckenliebhaber waren.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)