30. August 2013

Doping im Fuball?: Studie sorgt für Experten-Streit

Eine vier Jahre alte Studie zum Thema Doping im deutschen Profi-Fußball sorgt jetzt für Aufregung.

Ins Rollen gebracht hat die Diskussion ein Artikel von "Spiegel online". Darin geht es um Proben, die in der Saison 2008/09 bei 532 Spielern genommen wurden. Dem Bericht zufolge wiesen die Blutproben kritische Werte auf. Der Mainzer Dopingforscher Perikles Simon sagte Spiegel online, Werte in diesen Bereichen seien "sehr, sehr hoch" und "weiter kontrollbedürftig. Der Dopingforscher Werner Franke erklärte dem SID, derartige Werte seien "ohne Zweifel nachprüfenswürdig". Es gebe nur zwei Alternativen: "Entweder Höhentraining oder anderweitige Entziehung von Sauerstoff beziehungsweise Doping". Dopingexperte Fritz Sörgel übte ähnliche Kritik.

DFB-Teamarzt Tim Meyer, Mitinitiator der betreffenden Studie, sagte, diese Interpretation sei falsch und statistisch nicht haltbar. Wenn man große Stichproben habe, seien extreme Werte nicht zu vermeiden und keineswegs als Dopingfolge zu interpretieren.

Laut "Spiegel online" habe DFB-Arzt Meyer aber selbst in der Studie angemerkt, dass die Werte auf den Gebrauch von Epo oder Blutdoping hinweisen könnten. Trotzdem sei den Werten bis heute niemand nachgegangen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)