2. September 2013
Es ist ein Schicksal, das so manchem Forscher widerfährt.
Man veröffentlicht eine wissenschaftliche Arbeit und keiner versteht sie - oder sie wird absichtlich falsch wiedergegeben, um einen Standpunkt zu belegen. Wirtschaftswissenschaftler von drei Forschungsinstituten wehren sich gegen die Interpretation ihrer Auswertung. Im Juni hatten sie ihre Analyse der Sozialleistungen für Familien und Ehepartner in Deutschland fertiggestellt. Familienministerin Kristina Schröder präsentierte die Ergebnisse - und zwar als Bestätigung dafür, dass die Leistungen, die es bisher gibt, funktionieren. Ein politischer Kurswechsel sei also nicht nötig.
Die Wissenschaftler der Studie hielten dagegen: Sie hätten herausgefunden, dass man einige Leistungen schon abschaffen könnte, weil sie zum Beispiel schlecht aufeinander abgestimmt seien. Wie der "Spiegel" berichtet, wollen die Autoren jetzt selbst eine Bilanz ihrer Ergebnisse verfassen und im Oktober veröffentlichen. Die soll dann auch Empfehlungen für die Politik beinhalten.
Die drei beteiligten Forschungsinstitute sind das Münchner ifo-Institut, das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)