3. September 2013
Mit vollem Mund hört es sich schlecht.
Das gilt jedenfalls für den Gardiner Seychellenfrosch. Wie französische Forscher in dem Fachblatt "PNAS" schreiben, haben sie heraufgefunden, dass diese Tiere mit der Mundhöhle hören. Das hätten spezielle Röntgenaufnahmen gezeigt. Demnach wird der Mund als Resonanzraum genutzt und leitet Töne ans Innenohr weiter. Die Gewebe zwischen Mundhöhle und Innenohr seien außergewöhnlich dünn und bestünden aus weniger Schichten als gewöhnlich. Das erleichtere die Weitergabe von Geräuschen.
Weil die Seychellenfrösche kein Mittelohr haben, waren Wissenschaftler bislang davon ausgegegangen, die Tiere seien taub.
Gardiners Seychellenfrosch gehört zu den kleinsten Fröschen der Welt. Er misst gerade mal einen Zentimeter und lebt in den Regenwäldern der Seychellen. Die Frösche entwickelten sich dort isoliert für 47 bis 65 Millionen Jahren, seit die Inseln sich vom Kontinent abgespalten haben.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)