5. September 2013

WDR-Chefredakteur: Sonntagsfrage ist nicht aussagekräftig

"Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, welche Partei würden Sie dann wählen?"

So lautet die Sonntagsfrage, mit der Meinungsforschungsinstitute wie Emnid und Infratest Dimap die politische Stimmung im Land erfragen. Der WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn hält die Ergebnisse solcher Umfragen kurz vor der Wahl für wenig aussagekräftig. Er sagte der "taz", etwa ein Drittel der Wähler entscheide sich in den letzten acht Tagen vor der Abstimmung. Und bei diesen Spätentscheidern gehe es oft im Zickzack - montags die eine Partei, Freitag eine andere. Dadurch sei das Fehlerrisiko bei der Vorhersage höher.

Die ARD will weiterhin ab einer Woche vor der Wahl keine Umfrage mehr veröffentlichen. Schönenborn verteidigte dieses Vorgehen in der "taz". Er wolle als Journalist vermeiden, dass Wähler durch Umfragen in letzter Minute noch beeinflusst würden.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)