6. September 2013
Es gibt kein Recht auf politische Illusion.
Dieser Meinung ist der Philosoph Markus Gabriel. Der 33-jährige Professor sagte der "taz", er finde, dass wir eine moralische Pflicht haben, uns zu informieren. Wenn wir bei Wahlen nur das Kreuzchen bei dem Politiker setzten, der uns am meisten in Ruhe lasse, machten wir uns maximal unmündig und übersähen die Konsequenzen.
Anders als zum Beispiel sein Kollege Peter Sloterdijk will Gabriel bei der Bundestagswahl wählen gehen. Er meint, er sehe keinen Grund für solchen übertriebenen Pessimismus, der nur die trotzige Kehrseite des übertriebenen Optimismus sei, den viele mit Angela Merkel verbänden. Sich selbst bezeichnet Gabriel als "Swing Voter". Im Moment, so der Philosoph, wäre er vielleicht ein trotziger SPD-Wähler, so dass die "wenigstens noch eine Stimme kriegen, damit es bunt bleibt". Bisher gebe es im Wahlkampf kaum Argumente. Man müsse abwarten, das komme erst noch.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)