9. September 2013
Warum 7.000 Kilometer schwimmen, wenn der Winter auch im Südpolarmeer schön sein kann?
Das denken sich offenbar einige Buckelwale. Denn anders als bisher geglaubt ziehen nicht alle von ihnen zum Ende des antarktischen Sommers Richtung Äquator. Herausgefunden haben das Polarforscher des Alfred-Wegener-Instituts. Ihnen fiel auf, dass ihre Mikrophone im Shelfeis Rufe von Buckelwalen aufzeichneten - in Monaten, in denen die Tiere der gängigen Lehrmeinung nach schon längst nicht mehr dort sein sollten.
Die Forscher überprüften dann auch alle Aufnahmen aus den Jahren 2008 und 2009. Das Ergebnis: Fast in allen Monaten waren durchgängig Walgesänge nahe der Forschungsstation zu hören. Die Wissenschaftler glauben, das vor allem junge Walkühe lieber im Südpolarmeer bleiben und sich dort für die Strapazen der ersten Mutterschaft Fett anfressen.
Die Erkenntnis, dass das antarktische Meer bis tief in den Süden hinein das ganze Jahr über ein wichtiger Lebensraum für Buckelwale ist, könnte helfen, dort mehr Schutzgebiete einzurichten - so die Hoffnung der Meeresbiologen.
[Die Studie|[http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0073007 ] ist in der Fachzeitschrift "PLOS One" erschienen.
Walfotos und Buckelwalgesänge gibt es hier.
Die Antarktis im Livestream hören kann man auch.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)