10. September 2013

Studie zur Vergewaltigung im asiatisch-pazifischen Raum

Rechnet man alle Ergebnisse zusammen, dann hat jeder vierte Mann im asiatisch-pazifischen Raum bereits seine eigene oder eine fremde Frau vergewaltigt.

Das stellt eine Studie im Auftrag der Vereinten Nationen fest, die im Journal "The Lancet" veröffentlicht wurde. Die Wissenschaftler haben dafür mehr als 10.000 Männer aus Bangladesch, Kambodscha, China, Indonesien, Papua-Neuguinea und Sri Lanka befragt. Die Studie weist nach, dass es große Unterschiede in der Region gibt: So ist die Quote der Männer, die zugeben, bereits eine fremde Frau vergewaltigt zu haben, in Bangladesch mit 2,6 Prozent gering. In Papua-Neuguinea gaben dagegen über 25 Prozent der Männer eine solche Vergewaltigung zu.

Die Wissenschaftler weisen vor allem darauf hin, dass Vergewaltigungen in diesen Ländern viel häufiger als in anderen Ländern vorkommen. Zudem hat es selten Konsequenzen: Nur ein Drittel Männer musste sich für ihre Tat verantworten. Vor allem junge Menschen müssten von Präventionsprogrammen angesprochen werden. Denn über 40 Prozent der Befragten war bei der ersten Vergewaltigung zwischen 15 und 19 Jahre alt. Laut den Forschern müssen sich die einzelnen Regierungen vor allem um die kulturell geprägte männliche Sozialisation kümmern und die Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern ausgleichen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)