10. September 2013

Francis Fukuyama: Snowden hat seinem Land einen Dienst erwiesen

Amerikaner sorgen sich nicht um ihre Privatsphäre.

Das stellt der Politikwissenschaftler Francis Fukuyama klar, der in Stanford lehrt. Im Interview mit der Zeitung "Die Welt" sagt er, seine Landsleute seien vielmehr sogar glücklich, wenn sie ihre Privatsphäre hergeben könnten für kommerzielle Organisationen - aber nicht für die Regierung. Sie seien allerdings immer noch sehr besorgt über terroristische Attacken, eine Angst, die ihm überdimensioniert erscheine. Für Fukuyama hat der Geheimdienst NSA Dinge getan, die man nicht tun solle. Die Kontrolle habe nicht funktioniert.

Den NSA-Enthüller Edward Snowden sieht Fukuyama durchaus positiv. Er hat in seinen Augen nichts mit dem Wikileaks-Gründer Julian Assange gemein. Assange habe viel Schaden angerichtet, viele Menschen in Gefahr gebracht und nichts veröffentlicht, was skandalös war. Bei Snowden sei das anders. Fukuyama meint wörtlich: "Seine Enthüllungen werden Konsequenzen für die Politik haben. Er hat seinem Land einen Dienst erwiesen."

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)