11. September 2013

Glasklar: Das war die "Leichensynode"

In unserer Rubrik "Glasklar" erklären wir heute - passend zum Tagesthema "Leichen im Keller" - ein makaberes Ereignis in der Geschichte der katholischen Kirche: die Leichensynode.

Die Leichensynode in Rom im Januar 897 war ein kirchlicher Schauprozess. Papst Stefan VI. ließ die schon verwesende Leiche seines Vorgängers aus der Gruft holen mit päpstlichen Gewändern bekleiden und auf den Thron setzen. Dann wurde der schon tote Papst in einer dreitägigen Prozedur förmlich angeklagt und verurteilt wegen angeblicher Missbräuche während seines Pontifikats.

Das makabere Schauspiel gilt als einer der moralischen Tiefpunkte in der Geschichte des Papsttums.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)