13. September 2013
Im "Rückspiegel" blicken wir auf den tragischen Unfall eines Eisenbahnarbeiters vor 165 Jahren, der allerdings die Hirnforschung nach vorn brachte.
Am 13. September 1848 überlebte der Arbeiter Phineas Gage einen Unfall auf einer Baustelle im US-Bundesstaat Vermont. Bei einer Sprengung zerstörte eine Eisenstange einen Teil seines Gehirns - eine Verletzung, mit der ihm Ärzte kaum eine Chance gaben. Gages Wunde am Kopf verheilte aber wieder. Außerdem behielt er offenbar seine intellektuellen Fähigkeiten, konnte sich weiterhin normal bewegen, sprechen und sich sogar an alle Details des Unfalls erinnern.
Allerdings änderte sich die Persönlichkeit des Mannes. Er war nicht mehr ruhig und ausgeglichen, sondern albern und unzuverlässig. Das zeigte Forschern, was bis dahin in der Wissenschaft kaum verbreitet war: Dass das Gehirn nicht nur unserer Körper steuert, sondern auch unsere Persönlichkeit ausmacht und das Verhalten bestimmt. Die Hirnverletzung von Phineas Gage machte deutlich, dass solche Funktionen an bestimmten Stellen des Gehirns angesiedelt sind.
Gage lebte nach seinem Unfall noch etwa 12 Jahre, starb am Ende aber doch an den Folgeschäden.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)