13. September 2013
Sterbende Dörfer sollte man nicht zwanghaft am Leben erhalten.
Auf diese Formel lässt sich der Vorschlag von Reiner Klingholz vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung bringen. Klingholz begründet das hier bei DRadio Wissen damit, dass Orte sowieso bald verschwinden, wenn dort nicht mehr als zehn Menschen leben. Bis dahin zu warten wäre aber beschwerlich. Zum einen, weil die Dörfer keine funktionierende Infrastruktur haben, also zum Beispiel keine Geschäfte und keine Ärzte. Zum anderen weil das Leben dort sehr teuer wird, denn die Strom- und Wasserversorgung muss bereitgestellt werden. Und die Kosten werden dann unter viel weniger Menschen aufgeteilt.
Klingholz empfiehlt deshalb den Gemeinden, den wenigen verbliebenen Bewohnern anzubieten, sie beim Umzug in den nächstgrößeren Ort zu unterstützen. Das kann auch finanziell sein, wenn jemand zum Beispiel sein Eigenheim verlassen muss.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)