17. September 2013

Japaner muss zum zweiten Mal wegen Olympia umsiedeln

Seit gut einer Woche steht fest: Die Olympischen Sommerspiele 2020 werden in Tokio sein.

Viele Japaner haben sich über diese Nachricht wahrscheinlich gefreut. Aber einer ganz bestimmt nicht. Er heißt Kohei Jinno und für ihn ist Olympia ein echtes Ärgernis: Zum zweiten Mal muss er deswegen sein Haus und seinen Tabak-Laden aufgeben. Als 1964 zum ersten Mal die Olympischen Spiele in Tokio stattfanden, war das schon mal so. Damals war Jinno 30 und sein Haus und Geschäft musste dem Olmpischen Park weichen. Das nächste Mal wird Olympia an der gleichen Stelle sein - nur dass es diesmal viel größer sein wird.

Die japanische Regierung hat angeboten, ihn umzusiedeln. Aber Jinno ist jetzt 79 und will eigentlich auf gar keinen Fall umziehen. Wahrscheinlich müsse er dann irgendwohin, wo er seinen Tabak-Laden nicht weiterführen könne und damit fehle ihm sein Grund zu leben.

Zwangsumsiedlungen gibt es bei Großprojekten wie Olympianeubauten häufiger. Sie sind auch ein Schwerpunkt im Jahresreport 2013 von Amnesty International.

Deutschlandradio Kultur hat dazu ein Interview geführt.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)