18. September 2013
Für viele war er das Gesicht, wenn es um Literatur in Deutschland ging.
Marcel Reich-Ranicki ist tot. Der Literaturkritiker starb heute im Alter von 93 Jahren. Die Nachricht kommt vom Herausgeber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", Frank Schirrmacher.
Reich-Ranicki hatte es nicht leicht, bevor er in Deutschland als Literaturkritiker gefeiert wurde. Seine Eltern wurden von den Nationalsozialisten ermordet, ihm selbst wurde als Sohn einer jüdischen Mutter ein Studium verweigert und er musste ins Warschauer Ghetto. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er in Polen unter anderem als Lektor und siedelte Ende der 50er nach Deutschland über. Dort begann er seine Karierre mit Artikeln in der "Welt" und in der "Zeit" und wurde später Literaturchef der "FAZ".
Im Ruhestand wurde er dann zum Gastgeber der Fernsehsendung "Das Literarische Quartett" im ZDF und damit vielen bekannt.
2008 sorgte er für einen Eklat, als er den Deutschen Fernsehpreis vor laufender Kamera verweigerte. Damit stieß er eine Diskussion über den täglichen Blödsinn im Fernsehen an.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)