20. September 2013
Es setzte so viel Energie frei wie kein anderes Tiefbeben davor - eigentlich hätte es aber gar nicht vorkommen dürfen.
Wissenschaftler rätseln über ein Erdbeben im Mai 2013, das sie jetzt genauer analysiert haben. Im Fachmagazin Science befassen sich gleich zwei Forscherteams mit den möglichen Ursachen.
Das Beben entstand in mehr als sechs Kilometern Tiefe unter dem Ochotskischen Meer in Ostasien. Das ist ein Bereich, in dem das Gestein eher weich und zäh ist und daher eigentlich gar nicht brechen kann - wie das normalerweise bei einem Erdbeben der Fall ist. Trotzdem gab es das gewaltige Beben. An der Oberfläche löste es wegen der großen Tiefe aber kaum Schäden aus.
Forscher aus den USA und Frankreich machten ein Laborexperiment, in dem sie ein tiefes Beben nachstellten. Das brachte eine mögliche Erklärung für das Phänomen: Wenn eine bestimmte Temperatur erreicht ist, lagern sich nach Erkenntnissen der Wissenschaftler die Atome eines Minerals des Erdmantels in eine andere Form um. Und genau dieser Übergang scheint das Gestein für eine kurze Zeit brüchig zu machen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)