27. September 2013

Routerzwang: Bundesnetzagentur geht Problem an

Schon mal was von Routerzwang gehört?

Wenn man mit dem Router unzufrieden ist, kann man oft nicht einfach einen Neuen kaufen. Denn es ist legal, dass Internetanbieter ihre Kunden daran hindern, eigene Router einzusetzen. Das geht, indem der Provider die genauen Zugangsdaten geheim hält. Die werden in dem gelieferten Router voreingestellt oder vom Betreiber fernkonfiguriert.

Bundesnetzagentur und Bundesregierung wiesen sich für die Rechtslage bisher abwechselnd die Verantwortung zu. Wie das Portal "Golem" berichtet, geht die Bundesnetzagentur jetzt mit einer Befragung das Problem an.

Laut "Golem" besteht zum Beispiel die Frage, ob durch die Vorkonfiguration bereits bestimmte Inhalte, Dienste und Anwendungen priorisiert, verlangsamt oder verhindert werden.

Die erste Reaktion kam von der Free Software Foundation Europe. Ihre Sicht: Routerhersteller und Internet Service Provider würden gemeinsam eine Monokultur schaffen, was schlecht für die Nutzer sei. Zum Beispiel würden bekannte und ausnutzbare Sicherheitslücken in Routern erst nach mehreren Monaten durch Aufspielen neuer Firmware geschlossen. Der Kunde sei in dieser Zeit schutzlos und durch die Zwangshardware bleibe ihm keine Möglichkeit, das Problem selbsttätig oder mit Hilfe Dritter zu beheben.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)