30. September 2013

"Freihandelszone" in Schanghai ist nicht so frei wie sie klingt

Wo Freihandel drauf steht, ist nicht unbedingt auch freier Handel drin.

In der gestern eröffneten "Freihandelszone" in Chinas Wirtschaftsmetropole Schanghai werden ausländische Investoren jedenfalls immer noch ganz schön gegängelt. Die Stadtverwaltung hat heute eine Liste mit Geschäftsbereichen veröffentlicht, zu denen nicht-chinesische Unternehmer vorläufig keinen Zutritt bekommen. Dazu zählen zum Beispiel Internetcafés, Lotterien, Nachrichtenagenturen und Meinungsforschungsinstitute. In weiteren Bereichen dürfen Ausländer nur begrenzt investieren - etwa in Versicherungen, in den Online-Handel und in die Produktion von Batterien für Elektroautos. Zur Begründung hieß es: In diesen Branchen wolle man die chinesische Wirtschaft vor Konkurrenz aus dem Ausland schützen.

Freihandel sieht zwar anders aus. Analysten sehen die Negativliste trotzdem als Fortschritt - hin zu mehr Transparenz. In den nicht genannten Branchen gelte der freie Handel jetzt nämlich. Ausländische Investoren seien dort nicht mehr - wie im übrigen China - der Willkür der Behörden ausgesetzt.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)