1. Oktober 2013

Rückspiegel: Vor 80 Jahren führten die Nationalsozialisten den "Eintopfsonntag" ein

Im Rückspiegel stellen wir uns heute an den Herd.

Anlass ist der sogenannte "Eintopfsonntag", den die Nationalsozialisten heute vor 80 Jahren eingeführt haben. Von Oktober bis März sollten alle deutschen Haushalte an einem Sonntag im Monat preisgünstigen Eintopf essen statt eines Bratens. Das gesparte Geld wurde mehr oder weniger freiwillig an das Winterhilfswerk gespendet, mit dem die NSDAP Armut und Arbeitslosigkeit bekämpfen wollte. Blockwarte der Partei sammelten an den Haustüren 50 Pfennig pro "Eintopfsonntag" ein.

Den Nazis ging es dabei auch um das Gemeinschaftsgefühl. In Meyers Lexikon hieß es 1937: "Es genügt nicht, daß jemand zwar eine Eintopfspende gibt, aber seine gewohnte Sonntagsmahlzeit verzehrt. Das ganze deutsche Volk soll bei diesem Eintopfsonntag bewußt opfern, um bedürftigen Volksgenossen zu helfen." Dementsprechend wurde der "Eintopfsonntag" mit Beginn des Zweiten Weltkriegs in "Opfersonntag" umbenannt.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)