1. Oktober 2013
Wenn ein Staat kein Geld mehr hat, zeigt sich, was ihm wirklich wichtig ist.
Weil sich in den USA die Parteien nicht auf einen Übergangshaushalt einigen konnten, darf die Regierung nur noch Geld für so genannte "unentbehrliche" Staatsbedienstete ausgeben. Dazu zählen alle Soldaten und die Mitarbeiter von Geheimdiensten, Bundesgefängnissen, Grenzschutz und der Flugsicherheit. Weiter bezahlt werden auch die staatlichen Gesundheitsprogramme und die Lebensmittelmarken für Arme.
Dagegen müssen die Behörden für Umweltschutz, Arbeits- und Nahrungsmittelsicherheit ihre Kontrollen herunterfahren. Auch bei der Raumfahrtbehörde NASA sind tausende Angstellte betroffen. Alle rund 350 Nationalparks in den USA bleiben erstmal zu, und auch die Freiheitsstatue in New York und das Smithsonian in Washington, der größte Museumskomplex der Welt, müssen dicht machen.
Insgesamt droht 800.000 der 3,4 Millionen Staatsbediensteten unbezahlter Zwangsurlaub. Wirtschaftswissenschaftler rechnen damit, dass ein zweiwöchiger Zahlungsstopp das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal um 0,3 Prozentpunkte senken würde, weil viele Menschen nichts mehr verdienen.
Im Alltag dürfte Washington am meisten unter dem Haushaltsstopp leiden, denn die Hauptstadt ist ein Bundesbezirk. Das bedeutet, dass öffentliche Dienstleistungen vom Bund übernommen werden - normalerweise. Beim letzten Finanzierungsstopp Mitte der 90er Jahre blieb der Müll wochenlang auf den Straßen liegen. Diesmal will Bürgermeister Vincent Gray die städtischen Dienste mit Rücklagen finanzieren. Die reichen nach Angaben der "Washington Post" für ungefähr zwei Wochen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)