1. Oktober 2013
Ein kalter und verregneter Sommer, Missernten und schwere Hungersnöte - so sah der Sommer in Europa des Jahres 1258 aus.
Jetzt haben Forscher die Ursache für den Kälteeinbruch im späten Mittelalter gefunden. In einem Fachmagazin schreiben sie, dass ein Vulkanausbruch auf der indonesischen Insel Lombok für die verheerenden Folgen verantwortlich war. 1257 habe dort der Berg Samalas mindestens 40 Kubikkilometer Gestein in die Luft geschleudert. Den Zusammenhang haben die Forscher hergestellt, weil sie Ablagerungen in der Umgebung des Vulkans mit Bohrkernanalysen aus Grönland und der Antarktis verglichen haben. Dabei kam raus, dass der Schwefelgehalt und die Zusammensetzung der Ablagerungen ähnlich sind. Deshalb glauben die Forscher, dass die Eruption in Indonesien für den Kälteeinbruch in Europa 1258 verantwortlich war.
Der Ausbruch des Vulkans soll 1257 zwischen Mai und Oktober gewesen sein. In dieser Zeit hätten starke Ostwinde geherrscht, die das Auswurfmaterial in westliche Richtung trieben.
Die Wissenschaftler haben ihre Ergebnisse online veröffentlicht.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)