3. Oktober 2013
Je kleiner der Bach, desto höher seine Biodiversität.
Zu diesem überraschenden Ergebnis kommt jetzt ein Forscherteam der Universitäten Wien, Glasgow und Lausanne. Sie haben sich die Biofilme von einhundert verschiedenen Bächen und Flüssen verschiedener Größen angeschaut. Biofilme sind Schleimschichten, die man auf der Wasseroberfläche oder am Ufer findet und die besonders viele Bakterien enthalten. Sie sind für die Selbstreinigung der Gewässer zuständig und verschaffen uns somit sauberes Trinkwasser. Nun dachten die Mikrobiologen eigentlich, dass die großen Flüsse eine Vielzahl unterschiedlicher Bakterien in den Biofilmen haben. Stattdessen sind eher die kleinen Bäche, diejenigen mit einer größeren Vielfalt. Damit werde klar, wie wichtig selbst die kleinsten Wasserläufe im gesamten Flussnetzwerk sind.
Ihre Vielfalt könnten sie aber nicht mehr an die großen Flüsse weitergeben, in die sie münden. Denn der Mensch unterbreche zunehmend den natürlichen Wasserlauf, so die Forscher. Durch Staustufen und Wasserumleitungen für Kraftwerke werden die ehemals intakten Flussnetzwerke zerstört.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)