4. Oktober 2013
Überlassen wir dem alten Mann im Bus unseren Platz oder bleiben wir lieber sitzen? Verdienen wir unser Geld selbst oder brechen wir lieber in eine Bank ein, obwohl das verboten ist? Ob wir uns an soziale Normen halten oder nicht, hängt offenbar nicht nur mit guter Erziehung zusammen, sondern mit einer bestimmen Gehirnregion.
Die haben Forscher der Universität Zürich jetzt entdeckt. Ihnen zufolge beeinflusst der so genannte laterale präfrontale Kortex, eine Region an der Stirnseite des Gehirns, die Befolgung sozialer Normen. Für ihre Studie haben sie Probanden Geld gegeben und sie vor die Frage gestellt, wieviel davon sie mit einem anonymen Partner teilen wollen. Das sollten sie einmal freiwillig entscheiden, einmal drohte eine Sanktion.
Für das Experiment wurde die Aktivität der Nervenzellen in der Hirnregion verstärkt und reduziert. Das Ergebnis: Wenn die Region stimuliert wurde, folgten die Probanden der Fairnessnorm stärker, wenn eine Strafe drohte. Wurde sie verringert, hielten sie die Norm eher freiwillig ein. Die Forscher glauben, dass ihre Erkenntnisse in Zukunft auch wichtig für das Rechtssystem sein könnten.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)