4. Oktober 2013
Ein ganzer Stadtteil, mit eigenen Wohnungen, Cafés und Geschäften.
Aber ohne die Möglichkeit, die Gegend einfach mal zu verlassen. So stellen sich Pflegeexperten Stadtviertel für Demenzkranke vor. Das Vorbild ist eine Anlage in den Niederlanden. Und auch in Deutschland entstehen gerade zwei von diesen "Demenzdörfern".
Über den Sinn und die Bedeutung wird heftig gestritten. Der Professor für Pflege an der Hochschule Vallendar in Rheinland-Pfalz, Hermann Brandenburg, beklagt, dass es bisher keine Studien über die die Vor- und Nachteile der Demenzdörfer gibt. Er sieht es im Interview mit dem Evangelischen Pressedienst so: Ob sie wollen oder nicht, Demenzquartiere grenzen kranke, alte Menschen aus.
Ganz anders bewertet das der Psychologe Elmar Gräßel von der Universität Erlangen. Er vergleicht die Demenzdörfer mit den klassischen Pflegeheimen. Im Gegensatz dazu könnten Demenzkranke in eigenen Wohnungen leben, die viel eher ihre früheren Lebensgewohnheiten entsprechen. Die Gefahr einer Ghettoisierung sieht Gräßel nicht.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)