4. Oktober 2013
Pack den Krimi weg und greif lieber zum Goethe.
Das würden Sozialpsychologen der New School for Social Research in New York wohl denjenigen raten, die Emotionen besser nachvollziehen wollen. In einer Versuchsreihe haben sie herausgefunden, dass Leser sich besser in andere hineinversetzen können - allerdings nur dann, wenn sie etwas Anspruchsvolles lesen.
Die Forscher gaben ihren Versuchspersonen gehobene Literatur, Unterhaltungsromane oder gar nichts zu lesen. Anschließend sollten die Probanden verschiedene Tests machen - etwa Gefühle aus den Augen von Schauspielern herauslesen. Bei allen Experimenten schnitten die Leser anspruchsvoller Texte besser ab. Die Wissenschaftler folgern, dass Literatur die psychologischen Prozesse antreibt, die nötig sind, um Erfahrungen nachzuempfinden. In anspruchsvollen Büchern seien die Figuren komplizierter, Pop-Literatur bilde eher Stereotype ab.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)