7. Oktober 2013

Ethikprofessor hält deutsches System der Organspende für inhuman

Eigentlich ist die Sache klar: Wenn wir gefahrlos helfen können, müssen wir helfen.

So sieht es Klaus Steigleder, Professor für Angewandte Ethik an der Ruhr-Universität Bochum. In der "Süddeutschen Zeitung" bezeichnet er die in Deutschland praktizierte erweiterte Zustimmungslösung zur Frage der Organspende als inhuman. Seiner Meinung nach besteht eine grundsätzliche Pflicht zur Organspende nach dem Tod. Allerdings findet es Steigleder problematisch, dass die Organe entnommen werden, wenn das Gehirn abgestorben ist, aber das Herz noch schlägt - und dass man darüber streiten kann, wann ein Mensch tot ist.

Dennoch plädiert der Ethikprofessor entschieden dafür, die Organspende grundsätzlich zur Pflicht zu machen. Wenn in Deutschland diese so genannte Widerspruchslösung eingeführt würde, müsste man aber besser über die Organspende aufklären und ein zentrales Melderegister einführen.

Steigleder ist überzeugt, dass so dem Mangel an Organen entgegengewirkt werden könnte und damit auch Lebendspenden seltener nötig wären. Denn dass ein Angehöriger zu Lebzeiten beispielsweise seine Niere oder einen Teil seiner Leber spendet, dürfe nur die Ultima Ratio sein.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)