7. Oktober 2013
Manchmal findet man etwas, ohne es zu suchen.
So ging es auch einem Doktoranden an der Universität Ulm: Unter einem höchstauflösenden Transmissionselektronenmikroskop wollte er sich eigentlich bloß die Atomstruktur einer Graphen-Probe genauer anschauen. Dabei entdeckte er eine dünne Schicht eines unbekannten Stoffs.
Dieser unbekannte Stoff stellte sich nach Überprüfung durch ein Forscherteam der Universitäten Ulm und der Cornell University in den USA als Siliziumdioxid heraus - auf Deutsch: Glas. Die entdeckte Schicht ist nur eine Doppelmoleküllage dick und hat es damit nun als denkbar dünnstes Glas in das Guinness-Buch der Rekorde geschafft.
Außerdem konnten die Forscher in ihrer Studie ein materialwissenschaftliches Rätsel lösen und die Netzwerkhypothese des norwegisch-amerikanischen Wissenschaftlers W.H. Zachariasen bestätigen: In seiner Grundstruktur ist Glas kristallähnlich - allerdings sind die einzelnen Atome sehr viel zufälliger miteinander verbunden als bei Kristall.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)