9. Oktober 2013

Historikerin: Vatikan schützte Juden möglicherweise stärker vor Verfolgung

Die Rolle des Vatikan zu Zeiten des Nationalsozialismus ist bis heute nicht ganz klar einzuordnen.

Eine italienische Historikerin hat jetzt Belege dafür gefunden, dass sich der Heilige Stuhl möglicherweise stärker für verfolgte Juden in Rom eingesetzt hat, als angenommen. In der Tageszeitung "Osservatore Romano" schreibt sie, dass sie Hinweise auf eine geheime diplomatische Intervention des Vatikan nach der großen SS-Razzia am 16. Oktober 1943 gefunden habe. Sie begründet die Annahme damit, dass die Deutschen danach kaum noch Razzien durchführten, obwohl sie wussten, dass Juden entkommen und wieder in ihre Wohnungen zurückgekehrt waren. Einen weiteren Beleg für ihre These sieht sie darin, dass der damalige deutsche Botschafter beim Vatikan im Oktober 1943 nach Berlin meldete, dass es "zweifelsohne" keine weiteren Razzien mehr in Rom gebe.

Während der deutschen Besatzung wurden in Rom über 2.000 Juden deportiert. Viele konnten der Verfolgung aber auch entkommen, weil der Vatikan und die römischen Klöster ihnen Schutz gewährten.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)