10. Oktober 2013

Chinesische Ärzte diagnostizieren psychische Krankheiten bewusst falsch

Psychische Krankheiten sind auch in China auf dem Vormarsch.

Einer Statistik zufolge leiden zwölf von tausend Chinesen unter einer schweren psychischen Erkrankung. Das Gesundheitsministerium hat daraufhin vergangenes Jahr einen Dreijahresplan entworfen und unter anderem eine Quote für die kommunalen Krankenhäuser eingeführt: Sie müssen nun eine bestimmte Anzahl von Patienten mit schweren psychischen Störungen kostenlos behandeln.

Doch diese Quote wird den Ärzten in einigen Regionen jetzt zum Verhängnis: Wie die Zeitung "Southern Metropolis Daily" schreibt, finden viele Ärzte in der zentralchinesischen Provinz Henan nicht genügend psychische Kranke. Daher diagnostizierten sie oftmals fälschlicherweise schwere psychische Probleme - nur, um die Quote zu erfüllen. Schafften sie das nämlich nicht, müssten sie mit einer schlechten Bewertung durch die Gesundheitsbehörden und Gehaltseinbußen rechnen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)