10. Oktober 2013

Gehirnregion entdeckt, die emotionale Missverständnisse regelt

Sind wir verliebt, dann ist alles um uns herum bunt und schön. Sind wir traurig, dann kann die gleiche Umgebung deprimierend und grau wirken.

Das liegt daran, dass wir unsere Emotionen auf unsere Umwelt übertragen. Dieses Phänomen ist der Wissenschaft schon länger bekannt und auch die damit zusammenhängenden Missverständnisse, wie wir unser Gegenüber einschätzen. Nun haben US-Forscher im "Journal of Neuroscience" den Bereich im Gehirn gefunden, der diese emotionalen Fehleinschätzungen reguliert. Dafür haben sie Probanden, die zu solchen Missinterpretationen neigen, per MRT untersucht und eine bestimmte Gehirnregion gefunden, die bei solchen Fehlern immer sehr aktiv war: der Gyrus supramarginalis in der Großhirnrinde. Mit einer harmlosen Prozedur konnten sie diese Region bei den Probanden kurz ausschalten. Während des Shutdowns machten die Probanden mehr Fehler bei der Einschätzung der Emotionen anderer als mit aktiver Hirnregion. Die Forscher sind der Meinung, damit zum ersten Mal physiologische Merkmale sozialer Mechanismen ausgemacht zu haben.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)