11. Oktober 2013

Jäger und Sammler gab es länger als gedacht

Eigentlich dachte man, die Ackerbauern kamen und die Jäger und Sammler gingen - ein Irrtum, wie sich jetzt herausstellt.

Ein Anthropologen-Team unter Leitung Mainzer Wissenschaftler hat nun dazu einen Artikel im "Science"-Magazin veröffentlicht. Darin heißt es, dass sich die unterschiedlichen Gruppen in der Jungsteinzeit nicht so schnell ablösten, wie angenommen. Jäger und Sammler sollen demnach rund 2.000 Jahre neben den sesshaften Bauern weitergelebt haben. Deren Lebensweise galt damals als revolutionär.

Die Forscher hatten Knochenfunde aus einer Höhle bei Hagen ausgewertet. Sie stellten fast, dass beide Gruppen ihre Angehörigen hier nebeneinander beerdigten. Dabei hatten sie nicht nur sporadischen Kontakt: Anhand von DNA-Analysen konnte nachgewiesen werden, dass sich männliche Bauern Frauen aus den Clans der Jäger und Sammler nahmen. Umgekehrt sei der Effekt aber nicht festzustellen. Das läge wohl daran, so die Anthropologen, dass die Bauersfrauen eine Beziehung zu einem Jäger als sozialen Abstieg empfunden hätten, schon allein weil die Geburtenrate in diesen Gemeinschaften geringer war.

Service- Fachartikelnummern DOI: Bollongino: 10.1126/science.1245049

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)