11. Oktober 2013

Neue Virusabwehr in Säugetieren entdeckt

Zellen, die das Erbgut von Viren kopieren, um sie zu bekämpfen.

Diesen Virenabwehrmechanismus hatte man bisher nur bei Pflanzen und wirbellosen Tieren nachgewiesen. Doch das Immunsystem von Säugetieren kann das auch. Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich haben den Mechanismus bei Mäusen entdeckt, genauer gesagt in den Stammzellen der Mäuse.

Die Zellen wurden mit zwei verschiedenen Viren infiziert und kopierten daraufhin kleine Abschnitte des Genmaterials der Erreger. Mit diesen doppelsträngigen RNA-Stücken waren die Stammzellen dann in der Lage, Proteine zu produzieren, die genau zur RNA der Viren passen. Diese Proteine arbeiten wie eine Art Molekül-Schere, das heißt, sie zerstückeln die Erbgutstränge der Viren. Dadurch können die sich nicht mehr vermehren und den Organismus nicht schädigen.

Dass sich Stammzellen auf diese Art vor Viren schützen macht den Forschern zufolge Sinn. Denn bei Stammzellen ist es wichtig, dass sie selbst überleben, weil aus ihr alle anderen Zellen hervorgehen können. Bei der klassischen Immunabwehr der Säugetiere sterben Zellen aber eigentlich ab.

Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der Fachzeitschrift "Science" veröffentlicht.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)