11. Oktober 2013
Armutsflüchtlinge aus Lateinamerika, die in die USA wollen, müssen vorher durch Mexiko.
Und diese Reise entwickelt sich für mehr und mehr Auswanderer zum Horrortrip. Entführungen, Zwangsarbeit, Vergewaltigungen, all das nimmt zu. Der Migrationsforscher Rodolfo Casillas von der Universität Mexiko-Stadt beschreibt im Interview mit der "taz", wie sich die Ausbeutung der Migranten zu einem einträglichen Geschäft eines Verbrecher-Kartells entwickelt hat.
Demnach ist für die Entführung von Flüchtlingen, die auf der Durchreise sind, vor allem das Zeta-Kartell verantwortlich. Diese Bande aus früheren Polizisten und Soldaten habe sich damit eine Nische im Verbrechensmarkt in Mexiko gesucht. Von den Familien der Verschleppten z.B. aus Guatemala oder Nicaragua verlangt das Kartell Lösegeld.
Der mexikanischen Regierung wirft Casillas vor, diese Verbrechen bewusst nicht zu bekämpfen, um so Menschen von vornherein abzuschrecken, sich auf die Reise durch Mexiko in die USA zu machen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)