11. Oktober 2013

Forscherin: Der Jemen steht am Scheideweg

"Wer alles auf Al-Kaida schiebt, macht es sich zu einfach"

Das sagt die Islamwissenschaftlerin Marie-Christine Heinze von der Uni Bonn zur aktuellen politischen Situation im Jemen. Sie forscht zur Demokratieentwicklung dort und rät zu einer differenzierten Sicht - auch was den Tod des deutschen Botschaftsmitarbeiters vor wenigen Tagen angeht. Die Al-Kaida sei zwar stärker geworden, aber ihr werde zu schnell die Schuld an Ereignissen in die Schuhe geschoben, hinter denen häufig ganz andere Akteure im Kampf um politischen und wirtschaftlichen Einfluss ständen.

Heinze sieht den Jemen an einem Scheideweg - entweder die verschiedenen Gruppen im Land einigten sich in nächster Zeit oder es drohe ein Bürgerkrieg. Denn die Bevölkerung verliere allmählich die Geduld. Seit fast drei Jahren warte sie auf Veränderungen. Mittlerweile gebe es eine dramatische humanitäre Krise, ein großer Teil der Bevölkerung hungere.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)