16. Oktober 2013
Dass sich gerade arme Deutsche weniger für Politik interessieren als reiche, ist nicht neu.
Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung hat aber weitere, erschreckende Zahlen. Denn der Anteil derjenigen, die sich sehr für Politik interessieren, ist bei Arbeitslosen und Niedrigverdienern in den vergangenen zehn Jahren von 30 auf nicht mal mehr 20 Prozent gesunken. Bei den Erwerbstätigen blieb der Wert dagegen konstant bei 30 Prozent.
Noch größer sind die Unterschiede, wenn es um die aktive Politik geht. Der Studie zufolge arbeiten fast doppelt so viele Erwerbstätige in politischen Organisationen und Parteien mit wie Arbeitslose und Niedrigverdiener. Verglichen mit anderen EU-Staaten liegt Deutschland damit im Schlussfeld.
Nach Ansicht der Forscher liegen die Ursachen für das Desinteresse eigentlich nicht in Arbeitslosigkeit und Armut, sondern in der sozialen Herkunft. Sie fordern, dass schon in der Schule etwas dagegen unternommen wird.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)