17. Oktober 2013
Die Rethorik der Antike und die der Bild-Zeitung - es gibt da einen Zusammenhang.
Den sieht zumindest der Saarbrücker Sprachwissenschaftler Norbert Gutenberg. Wenn im alten Griechenland oder Rom die Olympioniken zurückkamen, wurden auf dem Marktplatz Lob- und Tadelreden gehalten. Und dann wurde der Spieler gelobt oder geschmäht, je nachem. Das Gleiche mache heute die Bildzeitung. Sie sei die moderne Agora, der Marktplatz der Meinungen. Eine ähnliche Funktion hätten auch das Internet und soziale Netzwerke.
Gutenberg ist der Ansicht, dass wir noch heute die antiken Sprachregeln anwenden - häufig allerdings unbewusst.
Seine Thesen hat er auf der Internationalen Tagung zur Rhetorik in Europa vorgestellt. Mehr dazu kann man heute im Deutschlandfunk hören, in der "Studiozeit - aus Kultur- und Sozialwissenschaften" ab 20.10 Uhr.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)